
Desolate Technik? Der Kapitän von Annalena Baerbocks Flieger sagte, einen solchen Bewegungsfehler an der Landeklappe habe er in Jahrzehnten nicht erlebt. Bild: dpa
Desolate Technik, Abschwung in der Wirtschaft? Das wäre leicht unangenehm. Kann aber nicht sein, Deutschland nämlich steht eine gute Zukunft bevor. Sagt der Bundeskanzler. Der weder geflogen noch gestrandet, dafür aber Optimist geblieben ist.
Während halb Deutschland am Meer liegt, ist die Außenministerin gestrandet. Zum Glück. Wäre ihr Luftwaffen-Airbus Richtung Australien nicht vom Fehlerteufel heimgesucht worden, hätte von der Reise gar keiner Notiz genommen. So aber war Annalena Baerbock tagelang Technikgespräch, der 25 Jahre treue A340 flugs ein Beispiel nachlassender deutscher Kompetenz und die gesamte Veranstaltung Spiegel eines ohnehin absteigenden Landes. Wo ist eigentlich die Letztgeneration, wenn man sie mal braucht? Keiner der üblichen Optimisten hat sich über das notwendige Ablassen von 160 Tonnen Kerosin in die arabische Luft echauffiert. Sind die etwa auch im Urlaub? Wahrscheinlich im Bootcamp, die Automesse IAA in München steht bevor. Das Ziel geht zwar inhaltlich fehl, aber dort ist mehr Aufmerksamkeit zu erkleben.
Man hätte statt Pannenserie auch hören können, was der Kapitän betont, einen solchen Bewegungsfehler an der Landeklappe habe er in Jahrzehnten nicht erlebt. Abertausende Flugbewegungen finden am Tag problemarm statt, Airbus, Boeing oder Embraer zeigen wahrlich robuste Leistungen. Doch Druck ist Druck, Baerbocks Ex ist in den Vorruhestand ausgemustert, Ade 340.
Dabei kommt es auf Robustheit mehr denn je an, in der Politik wie im Land. In Schierstein sind über den Rhein zwei neue Brücken gespannt, die 100 Jahre halten sollen. Wir werden das 2123 überprüfen. Leider bleibt an dem Meisterwerk durch ein kleines Missgeschick an einer Stelle Tempo 40 bestehen, das war in der Hektik der zehn Jahre Bauzeit nicht mehr zu lösen. Wir sollen auf der Autobahn ohnehin langsamer fahren. Falls überhaupt noch jemand fährt. Wenn wir das in einem Fernsehbeitrag diese Woche richtig verstanden haben, hat ein Autohändler gesagt: „Früher habe ich 25 bis 30 Autos im Monat verkauft. Derzeit sind es 1 bis 2.“ Das wäre ein wenig unangenehm. Für ihn. Womöglich für die Volkswirtschaft. Was freilich nicht sein kann, Deutschland nämlich steht eine gute Zukunft bevor. Sagt der Bundeskanzler. Der weder geflogen noch gestrandet noch ausgemustert, dafür aber Optimist geblieben ist.
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